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… guten Tag liebes neues Jahr 2012.

Du bist kaum ein paar Stunden alt und noch ein rechter Knirps.
Wie alle deine Vorgänger, hast auch du wieder etlichen Hobby-Pyrotechnikern kaum Gelegenheit gegeben, dich gebührend zu begrüßen. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz und auf den Philippinen hat die Tradition, dich besonders laut und spektakulär zu begrüßen, gleich über 400 Menschen die Gesundheit gekostet.

Mit mächtig viel Schwung scheinst du unterwegs zu sein, liebes neues Jahr,
und Japan, wie dein Vorgänger, willst auch du wohl in 2012 keinen Frieden gönnen.
Die Erde bebt und erneut müssen Menschen um ihr Leben, ihr Hab & Gut fürchten.

Was sonst wirst du für uns bereit halten?
Und was nehme ich aus 2011 mit?

  • Den ersten grünen Ministerpräsidenten – seit Wählergedenken – für das so schwarze, so satte, so reiche Baden Württemberg.
  • Eine Katastrophe, deren Ausmaß uns allen nicht wirklich klar sein dürfte und deren Ende die japanische Regierung zu datieren verstand.
  • Eine Endlosdebatte um einen Adelsspross, deren Ausmaß mich den Namen des Hauptprotagonisten auf meine persönliche ‘Unwort-des-Jahres-Liste’ setzen lässt.
  • Die Gewissheit um Menschen, um Völker, die sich das erst erkämpfen müssen, was wir uns so sehr selbstverständlich ist: Die Freiheit nämlich.
  • Den medial inszenierten Tod des Terrorfürsten Bin Laden, der unsere christlich-demokratische Kanzlerin den Tod hat dankbar begrüßen lassen.
  • Hans Fallada, dessen wunderbares “Jeder stirbt für sich allein” wieder entdeckt wurde.
  • Die von ihrer Schuldenlast gebeutelten Hellenen.
  • Einen Erreger namens Ehec, der uns eine wahre Saure-Gurken-Zeit beschert hat und zuletzt auf Sprossen spross.
  • Einen Blick in die Abgründe menschlichen Seins – einen Amokläufer, dessen wahnwitziges Tun sich außerhalb jeglicher Vorstellungskraft bewegt.
  • Einen weiteren tiefen Einblick – nämlich den in Murdochs Machenschaften, in die Verquickung, die Abhängigkeiten von Politik und Medien.
  • Wieder einmal Hunger in Somalia. (Kürzlich erst gesehen: Black Hawk Down – die Amerikaner im Häuserkampf in Mogadischu – und das ist ‘erst’ 20 Jahre her)
  • Einen eitlen, an Arroganz kaum zu überbietenden alternden Fatzke
    bei seinem 9minütigen Phall aus hohen Sphären (Strauss-Kahn)
  • Tottenham brennt
  • Steve Jobs sagt ‘Adieu’

und zuletzt und doch alles andere als zuletzt den braunen Sumpf des Wahnsinns.
Drei Täter, die den Verfassungsschutz über viele Jahre zum Narren halten. Ein Netz von Helfern und Helfershelfern.

Alles in allem ein rasantes Jahr, zu schulden auch Twitter und den anderen Netzwerken, wo Nachrichten einander überschlagen, in ihrer Redundanz den Leser überfordern und kaum mehr Zeit lassen, dass Einzelne als Einzelnes wahr zu nehmen.

Und für mich persönlich, also ganz persönlich?

Viele neue und überaus interessante Bekanntschaften, die im engeren und weiteren Sinn mit der Schreiberei zu tun haben. Freundschaften, die mir eine wahre Bereicherung sind. Ein gesundes und frohes Elternpaar. Ein Geschenk, das ich für alles andere denn selbstverständlich halte und für das ich sehr dankbar bin.

Liebes neues Jahr,
lass Dir ruhig noch ein wenig Zeit, ehe Du so richtig in Fahrt kommst.
Wir werden uns um Dich bemühen.
Und Du?
Meine es gut mit uns, ja?

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