En solidarité avec Charlie Hebdo. #‎CharlieHebdo‬ ‪#‎JeSuisCharlie‬ #nopegida


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Ich habe heute unter den Hashtags #‎CharlieHebdo‬ ‪#‎JeSuisCharlie‬ Bilder gesehen, auf denen vermummte und bewaffnete Männer einen schwer verletzten Polizisten hinrichten.
Ich habe Kommentare gelesen, die in ihrer Dummheit nicht zu überbieten sind. Ich kann dieses Hetzerische, ja sogar eine gewisse Form von Schadenfreude, regelrecht riechen, die da aus so vielen Kommentaren quillt und nach der Legitimation sucht, diesen ganzen rechten Pegida-Dreck jetzt erst recht zu unterstützen.

Ich schaue die Bilder an und denke mir, dass sich hinter Sturmmasken und Gewehren wer auch immer, im Namen Allahs brüllend und auf Menschen schießend, verbergen kann. Und dass diese hässliche Fratze der Gewalt auf etwas zielt, das sie selbst vermutlich nicht einmal kennt: Freiheit.

Ich lese von allein 14 Klagen der katholischen Kirche gegen die Satire-Redaktion, von Klagen dieser und jener religiösen Ausrichtung und diversen Versuchen politischer Akteure, den Journalisten und Karikaturisten Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Und ich denke mir: Ihr ganzen verdammten, religiös ferngesteuerten und fehlgeleiteten Arschkrampen, die ihr alle glaubt, an das einzig Wahre und Richtige zu glauben, ihr solltet alle zusammen auf ein Schiff gepackt werden und euch dort gegenseitig den Garaus machen.

Ich kann die Wut und den Zorn auf so viel Menschenverachtung gar nicht in Worte fassen. Und auch nicht die Trauer, die ich für die heute so eiskalt ermordeten Menschen empfinde.

Was für eine Katastrophe für alle jene, die aktuell offen für Toleranz und eine bunte Welt ohne Vorurteile und Ressentiments einstehen. Was für eine Katastrophe auch für all jene, die nun willkürlich mit den religiös motivierten Fanatikern dieser Welt über einen Kamm geschert werden.

Mit großem Respekt vor dem Mut dieser Journalistinnen und Journalisten.
Und in tiefem Mitgefühl für ihre Familien und Angehörigen.

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Über Heike Pohl

ambitionierte quasselstrippe | freie journalistin | fotografin | gedankenspielerin | hobbygärtnerin

13 Kommentare

  1. Danke für diese klaren und treffenden und aufrichtigen Worte. Wut und Zorn als Ausdruck der Hilflosigkeit werden, angesichts des circulus vitiosus der Verblendung, das Handgepäck bleiben, dessen Gewicht schwerer wird. Trotzdem, Empörung ist eine „Waffe“, die uns niemand aus der Hand schlagen kann.

    Gruß

    Achim

    • Hallo Achim, es war mir ein Bedürfnis das Thema auch für mich zu klären. Das klappt ab und an während des Prozesses des Schreibens. In den Diskussionen/Kommentaren wurde öfter deutlich, dass manchen gar nicht klar ist, welches Mittel und welche Form der Gegenwehr (wie du sie ansprichst) man da preisgibt, wenn man sich staatlich legitimierte Satire wünscht. Wo so elementare Rechte keine Bedeutung mehr haben, muss die Freiheit wahlweise bereits in Fleisch und Blut übergegangen oder erst gar nie als solche wahrgenommen worden sein, glaube ich 🙂

  2. PS: Ach ja, ausser Dummheit, die ja poft gebündelt mit Arroganz daher kommt, mag ich auch Humorlosigkeit nicht verleiden, und dass bei den Islamisten Humor ein Fremdwort ist, hat Andreas Thiel bereits wunderbar beschrieben. Ich hoffe, ihm und anderen blüht nicht ein ähnliches Schicksal und kann nur immer wieder sagen: Hut ab vor ihrem Mut!

  3. Du sprichst mir aus der Seele. Bin gerade krank, und diese fürchterliche Tat trägt nicht dazu bei, dass es mir besser geht. Ich unterschreibe das voll, dass man diese Bekloppten, hirntoten und humorlosen Idioten und Menschenverachter auf ein Schiff stecken sollte und verstehe nicht die Irritation von Frau K-M, die meint, man solle Gewalt nicht mit Gewalt vergelten, schliesslich üben wir keine aus, wenn wir sie verbannen, sondern hoffen darauf, dass sie sich gegenseitig den Garaus machen. Aber das bleibt ein Traum…der Mensch ist wie er ist. Und er Planet wäre ohne Religion (und den Menschen) weitaus besser dran, aber da tröstet mich in meiner stillen Verzweiflung die Gewissheit, dass wir ohnehin belanglose Stäubchen im All sind…manchmal höre ich herzhaftes Lachen…muss wohl Mutter Erde sein, die sich auf bessere Zeiten ohne blutsaugerische Wanzen freut.

    • Gute Besserung, liebe Annette. Ich liebe Menschen. Und vor einigen fürchte ich mich. Und ich bin überzeugt, dass niemand böse geboren wird. Und irgendwie versucht mein Verstand, all das zu begreifen. Diese Texte zu diesen Themen sind ein Versuch, dass das gelingen mag … 😦

  4. heute in den Nachrichten ein Bericht zu Charlie, ein muslimischer Geistlicher wird gezeigt und interviewt, eingeführt mit den Worten „Iman soundso…, ein gemässigter Muslim…“ Hat man schon mal einen Bericht über einen gemässigtem Katholiken gehört? Ich brauch auch keine Religionen, keine, weder die noch die, aber DAS ist unser Rassismus. Wir machen das selber. Es ist zum Verzweifeln.
    Liebe Grüsse
    Kai

  5. Und weißt du, was mich an dem ganzen Elend noch weiter und noch schlimmer gruselt? Wenn ich lese, dass nun am kommenden Montag diese Pegida-Meute, dieses schlimme Ereignis zum Anlass nimmt, in Dresden einen „Trauermarsch“ zu veranstalten. Der Gedanke, dass es Menschen gibt, die diesen Schmerz und diese Fassungslosigkeit über eine unmenschliche Tat zum Anlass nehmen, ihre dumpf-egozentrischen Parolen zu verbreiten, lässt mich nur sprachlos zurück. Wenn sie wenigstens dadurch begreifen würden, dass es ein Akt der Menschlichkeit wäre, ALLE Flüchtlinge, (egal wess Glaubens) mit ganz offenen, schützenden Armen aufzunehmen … (angesichts der Millionen, die derzeit auf der Flucht und heimatlos, traumarisiert sind, sollte das doch eine Kleinigkeit sein). Aber nein … da hört man dann im Interview … „das muss doch mal ein Ende haben … meine Rente …die nehmen mir meinen Job weg … Blabla … und wenn man dahinter lauscht geht es nur um das eigene kleine Licht, “ ach mir wird schon wieder schlecht und ich könnt nur heulen. 😦

    • Ja, davor graut mir auch. Letzte Woche habe ich „Ziemlich beste Freunde“ zum ersten Mal gesehen. Dieser wunderbare Film hat durch das Attentat eine solch seltsame Aktualität erhalten, finde ich. Ein, zwei, drei andere Wendungen im Leben, aus dem jungen Kerl hätte auch ein Extremist werden können. Und zwar aus Hoffnungslosigkeit. Diese Flüchtlings- und Auswanderer-Ghettos sind grauenhaft. In meinem Landkreis leben die Flüchtlinge in ihren eigenen Wohnungen, zwischen und unter uns. Sie fallen erst gar nicht als Flüchtlinge auf.
      Ich bin so froh, dass ich nicht in einer Stadt lebe, in der unter meinem Fenster rechte Parolen skandiert wird und die trübe Masse sich bewegt. Ich könnte das nicht ertragen 😦

  6. Danke, du sprichst mir aus der Seele!

  7. Liebe Heike,
    Du fast hier meine ganze Hilflosigkeit, Traurigkeit und ja, unfassliche Wut in ein paar grossartigen Sätzen kompakt zusammen. Ich möchte gerne, dass Dein Text zu Beginn jeder Nachrichtensendung verlesen wird – anstatt dieser ganzen verquirlten K…kommentare.
    Danke für diesen Text und immer noch fassungslose Grüße
    Kai

    • Mir ging es wie Monika Keller-Müller, ich hab mich im Anschluss auch an den „Arschkrampen“ gestört und sie dann doch stehen lassen, weil sie noch die milde Variante dessen waren, was ich tatsächlich im ersten Moment gedacht habe. Guten Morgen lieber Kai, mich hat das gestern geschafft. In meinem Kopf waren es drei orientierungslose Typen, die glaubten, im Namen von irgendwem, im Namen einer göttlichen Macht zu handeln, oder drei Typen einer terroristischen Organisation, die da aktiv wurden, oder drei Typen einer rechts-motivierten Organisation, die „Allah ist groß“ skandiert haben, um … Ich weiß nicht, welche Szenario davon ich am schlimmsten finde … Und ich weiß auch nicht, wodurch oder wie der Schaden, den die angerichtet haben, wieder gutzumachen ist. Und ich bin überzeugt, dass die selbst noch nicht einmal wissen, was – über 12 getötete Menschen hinaus – sie angerichtet haben. Ich hatte spontan auch den Gedanken an Einzeltäter der Geschichte, die ohne es geahnt zu haben Auslöser von Kriegen wurden. 😦

  8. Monika Keller-Müller

    ja, ich bin auch wütend und traurig über soviel Schmerz und Leid, das im Namen von irgendwelchen Religionen, Gottheiten und politischen Meinungen andernen Menschen angetan wird. Ich habe Angst vor der Intoleranz, die immer stärker wird und die immer mehr wieder „salonfähig“ wird. Mich friert, wenn ich all diese hetzerischen Aufrufe lese und höre. Und ich verstehe nicht, dass die Medien zum Teil diese ganze Stimmung noch zusätzlich aufheizen, kritiklos Meinungen weiter verbreiten. Ja, Heike Pohl, ich bin dankbar für deine mutige Haltung und ich verstehe deine Wut und deine Trauer. Nur etwas befremdet mich trotzdem; all diese „Arschkampen“ auf ein Schiff packen . . . – Gewalt mit Gewalt vergelten? (Gut, es ist sicher viel zu idealistisch, wenn man all diese Leute auf eine Alp schicken würde mit dem Auftrag, da zu arbeiten und zu bleiben, bis sie ihre Taten und Meinungen zu tiefst bereuen und bereit sind, dies auf irgend eine Weise annähernd wieder gut zu machen.) Ich meine damit nicht, dass wir jetzt alle lieb und verständnisvoll sein sollten zu all diesen gewaltbereiten, intoleranten Menschen. Aber vielleicht sollten wir uns doch hinterfragen, was für eine Gesellschaft solche Menschen „hervorbringt“, warum es möglich ist, dass „rechte“ Meinungen wieder so zunehmen. Ich glaube auch nicht an Wunder, dass es irgendeinmal eine Gesellschaft geben wird, die nur „gute“ Menschen erzeugt. Und ich weiss auch und bin überzeugt, dass man Menschen, die so etwas absolut scheussliches machen, zur Rechenschaft ziehen muss. Sicher bin ich nur, dass es extrem schwierig ist, mit dieser radikalen Entwicklung nur annähernd „richtig“ um zu gehen. Und sicher bin ich auch, dass es mutige, offene Menschen braucht, die gegen diese Entwicklung schreiben, reden und handeln. Nur so haben wir vielleicht eine Chance, doch eine mitmenschliche Gesellschaft zu erhalten. Danke Heike, für deine Stimme, die du immer wieder erhebst und uns damit anstupst, uns eigene Gedanken zu machen .

    • Hallo liebe Monika Keller-Müller,
      mich befremdet mein eigener Zorn auf diese vermeintlich religiös motivierten Täter mindestens genau so. Diesem Post und dem gestrigen traurigen Tag geht eine völlig unerwartete Auseinandersetzung mit überzeugten Katholiken zu einem anderen Thema voraus. Die hatte ich zu führen, nachdem ich einen Artikel der FAZ über einen katholischen Orden in Irland gepostet hatte, auf dessen Gelände die Überreste hunderter Kleinkinder und Säuglinge gefunden worden waren. Das liegt zwei Tage zurück und Stil und Inhalt der Debatte um diesen Artikel hatten mich fassungslos zurück gelassen. Bei meiner nachfolgenden Recherche stellte sich heraus, dass einer bzw. der führende Diskussionsteilnehmer Pressesprecher eines katholischen Bistums gewesen war, das jüngst in den Schlagzeilen zu finden war. Ich erzähle das, weil mich der Vorfall spüren ließ, mit welchem fast blinden Eifer und welcher Ignoranz und Arroganz gegenüber den Tatsachen im Namen von Kirche und Glauben – wörtlich zu nehmen – ins Feld gezogen wird. Und zwar nicht von ungebildeten Bauern irgendwo im Nahen Osten oder von Leuten, die es nicht besser wissen könnten. Sondern von gebildeten Menschen, die auch meine Kollegen oder Nachbarn sein könnten.
      Ich bekomme jetzt noch eine Gänsehaut, wenn ich an die Form des Umgangs mit diesen mehr als traurigen Thema denke.
      Nun befasse ich mich seit Tagen mit dem Phänomen Pegida, das diesen Rechtsruck in der Gesellschaft so deutlich zum Ausdruck bringt und vorgestern habe ich mich so unendlich darüber gefreut, dass und wie in Köln,Hamburg, München, Berlin und anderswo Flagge gezeigt wird gegen diese Rechts-Tendenz, als die Täter von Paris in nur wenigen Minuten all das zunichte machen.
      Ich habe also gestern offen, frei und ehrlich gedacht (Verzeihung): Ihr ganzen religiös motivierten Arschlöcher, verschwindet von dieser Welt …
      Diesen Gedanken würde ich jetzt nicht unbedingt als Gewalt-gegen-Gewalt bezeichnet haben wollen, ich bin kein Freund der Zahn-um-Zahn-Philosophie. Er ist schlicht Ausdruck meines Unvermögens, das begreifen zu können. UND: Es begreifen zu wollen.
      Wie es aussieht, wurden inzwischen die Täter von Paris gefasst bzw. zumindest identifiziert, und ich möchte gleich noch einmal heulen, wenn ich mir vorstelle, dass es „nur“ drei orientierungslose junge Kerle gewesen sein sollen, die so viel Schaden angerichtet haben. Und gleichzeitig bin ich auch erleichtert, wenn es „nur“ drei junge Kerle waren …
      Um es zusammenzufassen: Es hat unendlich gut getan, schlicht das Wort „Arschkrampen“ zu schreiben, weil es für mich nicht mit Worten zu beschreiben geschweige denn zu verstehen ist, was Männer (Menschen) wie diese motiviert, bzw. weshalb überhaupt irgendwo auf dieser Welt jemand glaubt, sein Glaube legitimiere ihn, gegenüber anderen „handgreiflich“ zu werden oder sich über andere zu erheben.
      Herzliche Grüße, HP

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