Und welchen Wolf füttern Sie? #juan #leipzig


Christoph (17), Benjamin (16) und Juan (18) besuchen ein Gymnasium in Grünau bei Leipzig.

Juan stammt aus dem Kosovo.
Er lebt seit zwei Jahren in Deutschland.
Er schreibt gute Noten.
Er soll im Februar 2017 von seiner Familie getrennt und abgeschoben werden.

Benjamin stammt aus Deutschland.
Er will das nicht einfach so akzeptieren, dass Juan gehen muss.
Er ist ein Mitschüler. Vielleicht sogar ein Freund. Vor allem aber ist er eines:
Ein Junge, wie Juan und Christoph es auch sind.
Benjamin ruft eine Petition ins Leben.
Er will helfen.
Und etwas tun gegen das, was er als Unrecht empfindet.

Christoph stammt ebenfalls aus Deutschland.
Und er versteht Benjamin nicht. Und auch nicht die anderen, die sich da so engagieren.
Christoph sagt:
„Es ist mir unbegreiflich, warum diese Petition solche Wellen schlägt. Bei aller Sympathie für den Einzelfall ist doch klar: Der Asyl-Antrag wurde rechtsstaatlich geprüft und abgelehnt. Luans Eltern halten sich illegal in Deutschland auf.“ (Quelle: Berliner Morgenpost)

Soweit die Geschichte, nachzulesen in zahlreichen Zeitungen, u.a.  Welt und FAZ haben auch Interviews geführt.
Aber keines mit Juan, um den es eigentlich geht.
Und auch keines mit Benjamin, der sich so menschlich und engagiert zeigt.
Sondern eines mit Christoph, Kreisvorsitzender der Schüler Union Leipzig, Mitglied des Leipziger Jugendparlaments und Mitglied im Leipziger Jugendbeirat.

Wolf (canis lupus) Foto: Bernhard Landgraf, 2005

Wolf (canis lupus) Foto: Bernhard Landgraf, 2005

In einem Gleichnis sagt sinngemäß ein Häuptling zu seinem Sohn:
„In jedem Menschen kämpfen zwei Wölfe um den Sieg.
Der eine voller Ärger, Neid, Eifersucht, Angst, Sorgen, Gier, Arroganz, Selbstmitleid, Lügen, Überheblichkeit, Egoismus und Missgunst.
Und der andere mit Liebe, Güte, Mitgefühl, Großzügigkeit, Dankbarkeit, Vertrauen und Wahrheit.“
Der Sohn hört zu und fragt schließlich:
„Und welcher Wolf wird den Kampf gewinnen?“
Und der Häuptling antwortet:
„Es siegt der Wolf, den du fütterst.“

 

Warum reden wir nicht einfach viel öfter über die Benjamins dieser Welt?

Zu Benjamins Petition geht es hier —> https://www.petitionen24.com/luan_soll_bleiben

Jede Unterschrift ist ein Zeichen.
Eines der Anerkennung.
Der Ermunterung.
Der Solidarität.

Für Juan.
Und auch für Benjamin.

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Über Heike Pohl

ambitionierte quasselstrippe | freie journalistin | fotografin | gedankenspielerin | hobbygärtnerin

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