Der Krokus – eine Rose von Scharon

Die hübschen Krokusse blühen über den ganzen Erdball verteilt, was sie in den wohlwollenden Verdacht geraten ließ, dass es sich bei ihnen um die in der Bibel zitierte, berühmte „Rose von Scharon“ handeln könne. Die Reihe der Hauptverdächtigen teilt sich der Krokus bislang mit Zistrosen, Gladiolen, Berg-Tulpen, Strauß-Narzissen und Madonnen-Lilien, und weil er zu den Ersten gehört, die im Frühling unsere Sehnsucht nach Farben, Blüten und Blühendem stillen, gönne ich ihm diese berühmte Rolle doch von Herzen.

Auf der Suche nach den ersten Blüten in diesem bislang eher tristen und grauen Jahr, mit seinem recht lang anhaltenden Winterwetter, bin ich bis nach Husum gefahren, wo sich das berühmte „Krokusblütenfest“ doch auch sehr als PR-Idee der Tourismusbehörde erwiesen hat. Ich will gewiss nicht undankbar sein, es sind wirklich tausende Krokusse zu sehen und das sieht auch wirklich hübsch aus. Doch einen Schlosspark, den hatte ich mir sehr viel opulenter, vielfältiger und artenreicher vorgestellt. Wunderschön – das räume ich gerne ein – die uralten Baumriesen, zu deren Füßen die „Kroküsse“ um die Wette blühen. Vielleicht fehlte es auch einfach an Sonne an diesem Tag, ich werde dem Park und den Krokussen auf jeden Fall eine zweite Chance einräumen.

Die schönsten Krokuswiesen habe ich tatsächlich aber gar nicht so weit entfernt entdeckt. In zwei liebevoll gestalteten Gärten, beide in älteren und erfahrenen Gärtnerhänden. In Wacken blühen Krokusse, Märzenbecher und Winterlinge unter alten Obstbäumen und bilden eine zauberhafte Kulisse zum alten Bauernhaus, zu dem sie gehören.
Und in Kaaks präsentieren sich – vis-á-vis zu einem Ehrenmal – hunderte Krokusse in allen Farben – sie blühen weiß, weiß-violett, lila, flieder und gelb und in solcher Fülle, dass ich – vollkommen reizüberflutet – mich gar nicht sattsehen konnte.
Und auch im Stadtpark von Wilster und rund um das Colosseum blühen sie zurzeit in voller Pracht.

Apropos satt: Die ersten Bienen waren vor mir dort. Sie tauchen ein in die tiefen Kelche, die behaarten Beinchen vom Pollen schwer, um Nektar zu saugen.

Darum mein Plädoyer an alle, die Land rund ums Haus haben:
Gebt den Bienchen Zucker!
Und hört auf, alles Grün mit Steinen und Gabionen zu ersticken.

Frohe Ostern allen meinen Leserinnen und Lesern und viel Freude mit dieser Farbenpracht.

7 Comments on “Der Krokus – eine Rose von Scharon

  1. Dein Beitrag, liebe Annette, macht für mich den vermissten Frühling aus! Danke Dir! Und frohe Ostern auch!

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  2. ein zauberhafter Beitrag, liebe Heike, und mehr willkommen denn je, da sich der Frühling nicht entscheiden mag – wünsche euch von ❤️en frohe Ostern. die Kröten und Eulen sind schon schwer aktiv, und die müssen es ja wissen 😊🌷🐰

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