Willkommen auf meinem Blog

Schäfchen zählen.

Sie gehören auch für mich zu Ostern ~ die Lämmer. Allerdings eher weniger auf den Teller, denn mehr auf die Weiden, Wiesen und Deiche.
Manche sind schon etwas älter, andere frisch geschlüpft und immer aber sind sie quirlig, neugierig und verspielt.

Vom „Lämmertanz“ sprechen wir hier, wenn der Schafskindergarten am Abend, kurz vor der Dämmerung, noch einmal so richtig aufdreht.
Dann flitzen die Lämmchen in wilden Bocksprüngen durch’s Gras, eins übers andere, und mischen die Alten so richtig auf. Bevor sie dann, von einer Sekunde zur anderen, ermatten, mit den dürren Beinchen einknicken und sich schlafen legen.

Zwei Artfremde hab ich in der großen Herde versteckt.
Viel Spaß beim Suchen und:

Frohe Ostern!

Ein Klick auf eines der Fotos öffnet die große Ansicht in der Galerie. 🙂

 

Der Krokus – eine Rose von Scharon

Die hübschen Krokusse blühen über den ganzen Erdball verteilt, was sie in den wohlwollenden Verdacht geraten ließ, dass es sich bei ihnen um die in der Bibel zitierte, berühmte „Rose von Scharon“ handeln könne. Die Reihe der Hauptverdächtigen teilt sich der Krokus bislang mit Zistrosen, Gladiolen, Berg-Tulpen, Strauß-Narzissen und Madonnen-Lilien, und weil er zu den Ersten gehört, die im Frühling unsere Sehnsucht nach Farben, Blüten und Blühendem stillen, gönne ich ihm diese berühmte Rolle doch von Herzen.

Auf der Suche nach den ersten Blüten in diesem bislang eher tristen und grauen Jahr, mit seinem recht lang anhaltenden Winterwetter, bin ich bis nach Husum gefahren, wo sich das berühmte „Krokusblütenfest“ doch auch sehr als PR-Idee der Tourismusbehörde erwiesen hat. Ich will gewiss nicht undankbar sein, es sind wirklich tausende Krokusse zu sehen und das sieht auch wirklich hübsch aus. Doch einen Schlosspark, den hatte ich mir sehr viel opulenter, vielfältiger und artenreicher vorgestellt. Wunderschön – das räume ich gerne ein – die uralten Baumriesen, zu deren Füßen die „Kroküsse“ um die Wette blühen. Vielleicht fehlte es auch einfach an Sonne an diesem Tag, ich werde dem Park und den Krokussen auf jeden Fall eine zweite Chance einräumen.

Die schönsten Krokuswiesen habe ich tatsächlich aber gar nicht so weit entfernt entdeckt. In zwei liebevoll gestalteten Gärten, beide in älteren und erfahrenen Gärtnerhänden. In Wacken blühen Krokusse, Märzenbecher und Winterlinge unter alten Obstbäumen und bilden eine zauberhafte Kulisse zum alten Bauernhaus, zu dem sie gehören.
Und in Kaaks präsentieren sich – vis-á-vis zu einem Ehrenmal – hunderte Krokusse in allen Farben – sie blühen weiß, weiß-violett, lila, flieder und gelb und in solcher Fülle, dass ich – vollkommen reizüberflutet – mich gar nicht sattsehen konnte.
Und auch im Stadtpark von Wilster und rund um das Colosseum blühen sie zurzeit in voller Pracht.

Apropos satt: Die ersten Bienen waren vor mir dort. Sie tauchen ein in die tiefen Kelche, die behaarten Beinchen vom Pollen schwer, um Nektar zu saugen.

Darum mein Plädoyer an alle, die Land rund ums Haus haben:
Gebt den Bienchen Zucker!
Und hört auf, alles Grün mit Steinen und Gabionen zu ersticken.

Frohe Ostern allen meinen Leserinnen und Lesern und viel Freude mit dieser Farbenpracht.

Auf der Suche nach Frühling

Mein aktuelles Arbeits-Thema lautet Frühling und die Texte dazu machen Lust auf Wärme, viel, viel mehr Licht, auf Vogelstimmen, Gekrabbel und Geknister im welken Laub, auf Grün, das sich aus der Erde nach oben schiebt, dem Himmel und dem Licht entgegen und darauf, dass die grauen Tage ein Ende haben.
Wobei ich fairer Weise sagen muss: Die letzten Wochen waren bei uns im Nordwesten meist sonnig, dafür aber zapferlkalt, bei eisigem Ostwind und Windstärke 6.

Umso mehr Freude hat es da gemacht, für mein laufendes Projekt in meinen 678987689768767 Aufnahmen nach dem Frühling zu suchen. Et voilà – Fotos aus dem letzten Jahr und dem zuvor – und ein Vorgeschmack auf das, was kommen wird – auf den Frühling 2018.

 

 

Mit Jim Knopf und der Wilden 13 am Meer

23. Februar 2018
So still, so friedlich, so ruhig, so topfeben und bleischwer habe ich die Nordsee noch nie erlebt. Sie kam mir vor, wie das Meer bei „Jim Knopf und die Wilde 13“, wo man in der Kulisse mit Cellophan und blauer Farbe den Ozean gebastelt hat.

Kaum Menschenseelen am weiten Strand von Sankt Peter-Ording, stattdessen Möwen, Strandläufer, Weite, Wellen im Sand und Ruhe und Frieden pur.

Der Leopard im Staudengarten

In der Millionenmetropole Mumbai in Indien leben etliche Leoparden mitten unter Menschen.
Die Tiere beanspruchen den Sanjay Gandhi Nationalpark ebenso für sich, wie die etwa 250.000 Inder, die dort leben.
Laut Zeitungsberichten haben es Mensch und Tier geschafft, sich (halbwegs) miteinander zu arrangieren.
Wer sich nachts auf die Straßen begibt, macht mächtig Lärm, um mögliche Angreifer zu verscheuchen. Die Menschen sind angehalten, die Straßen müllfrei zu halten, um die Tiere nicht anzulocken, und Gassen und Wege nicht als Toiletten zu benutzen.
Die indische Großstadt gilt als Musterbeispiel für die Art Naturschutz, die die Bedürfnisse wilder Tiere mit denen der Menschen vereinbart.

„Es wäre übertrieben zu behaupten, dass die Einwohner von Mumbai heute vollkommen harmonisch mit den Leoparden zusammenleben“, betont die Journalistin Laura Höflinger in ihrem Spiegel-Artikel (02/2018) „Nachts wenn die Leoparden kommen“. Aber die Zahl der Opfer habe sich enorm reduziert. Und von wenigen (tödlichen) Angriffen abgesehen, seien es schlimmstenfalls streunende Hunde, die zur Beute werden.

Daran muss ich denken, als ich vor dem reichlich trostlosen Wolfsgehege in einem norddeutschen Wildpark stehe und den Tieren dabei zusehe, wie sie mich beobachten, mich mustern und die ausgetretenen Pfade den Zaun entlang im Trab ablaufen.
Bislang ist in Deutschland kein Mensch durch die Attacke eine Wolfes zu Schaden gekommen und doch hat die Diskussion um den Vormarsch der Tiere bisweilen hysterische Formen angenommen. Ich schaue mir die Wölfe also an, sehe ihr genetisches Erbe, erkenne in ihnen den Ursprung unserer Haushunde und verstehe kaum, warum selbst eingefleischte Hundefreunde übereifrig Abschüsse fordern, obwohl es sich beim Wolf doch um die wild lebenden Vettern ihrer Lieblinge handelt.

Allerdings – ich räume es ein – stelle ich mir auch vor wie es mir ginge, träfe ich beim frühmorgendlichen Füttern meiner Stalltiere oder in meinem Staudengarten beim Fotografieren auf einen Wolf.
So wie jetzt, vis-à-vis, da mich ein älteres Tier direkt und eingehend in Augenschein nimmt.
Bloß halt dann ohne Zaun dazwischen, denke ich.
Wie würde ich reagieren? Hätte ich Angst? Panik?
Würde ich das Tier verscheuchen wollen oder eher mich in Sicherheit bringen wollen?

Im nächsten Gedanken wird aus dem Wolf ein sprungbereiter Leopard und mir klar, dass die Theorie das eine und die Realität etwas ganz anderes sein kann.
Ich habe tatsächlich keine Ahnung, wie es mir mit einem oder gar mehreren Wölfen auf meinem Land gehen würde.
Und ob ich dann auch immer noch schützen oder vielleicht doch eher tot sehen wollte.
Denn eines ist klar: Die größte Gefahr für einen Wolf bin ich und meinesgleichen.
Und sein Lebenswille steht meinem in nichts nach.

In diesem Wildpark leben Hirsche und Rehe, Wölfe, Füchse und Dachse, Marder, Frettchen und Otter, Wildschweine, Eulen und Uhus, ja sogar zwei große, lackschwarz glänzende Kolkraben hinter Gittern und in Volieren. Und mit zunehmendem Alter wächst meine Abneigung gegen diese Art der Zurschaustellung von Tieren.
Und doch ist sie vielleicht ja auch ein notwendiges Übel, sind die Tiere hier ein Bindeglied zwischen der Wildnis, zu der sie eigentlich gehören, und den Kindern und Jugendlichen, der Generation also, die sich morgen und in Zukunft um ihren Schutz und Erhalt bemühen soll und muss?

Mit diesem tröstlichen Gedanken ändert sich meine Perspektive auf die Tiere hinter Draht. Ich sehe große Hirsche, die sich mühelos und elegant durch Wälder bewegen, Otter, die in Flussauen nach Fischen jagen, zwei große, schwarze und wunderschöne Raben, deren markante Rufe weiter übers Feld hallen. Ich sehe Sauen, die den Waldboden mit ihren Rüsseln beackern und ihre Frischlinge mit sich führen. Ich sehe wild lebende Tiere, die auf eine merkwürdige Weise ihre Freiheit der Hirschkuh verdanken, die jetzt gerade so ausgiebig das Salz von meinen Fingern leckt.

Und ein Quäntchen Hoffnung für Isegrim, den Wolf, ja das sehe ich auch.
Was den Indern mit dem Leopard gelingt, das müsste doch auch hier mit dem Wolf zu schaffen sein?

Also mache ich jetzt jedes Mal mächtig Lärm, bevor ich im Dunkeln zu meinen Tieren in die Ställe gehe.
Und hinterm Haus und in der Hocke sah man mich auch sonst nie sitzen.

Fotos: Wildpark in Schleswig-Holstein

Meine Webseite im neuen Gewand

Aus Worten können Bilder entstehen, und aus Bildern Geschichten werden.
Und manchmal tut sich das eine mit dem anderen zusammen und wird zu einem Ganzen.

Gemessen an der Dauer meiner Liebe zum Wort, ist meine Liebe zur Fotografie
unerfahren und rein intuitiv, jedoch nicht minder beseelt.

Herzlich willkommen also bei heikepohl.com im neuen Gewand.

Quer durchs Jahr